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 Impfmüdigkeit- zurecht?

 Es wird uns immer wieder die Frage gestellt: müssen wir wirklich impfen?

Das muss man sich etwas genauer betrachten: Fangen wir mal vorne an: beim Welpen.

Schon hier fängt es an: Hatte er Muttermilch oder nicht? Denn: Wenn der Welpe Muttermilch hatte, hat er auch Antikörper gegen die gängigen Krankheiten. Diese können gut und gerne 4 Monate im Welpen schützen. Was passiert hier mit der ersten Impfung? Die Antigene (also abgetötete Krankheitserreger)treffen auf die Antikörper von der Mama: somit neutralisieren sich hier Antigen und Antikörper zu einem Fast-Null-Impfschutz!!!! Deshalb absolut nötig: die zweite Impfung 3-4 Wochen später! Die Impfempfehlungen der WHO gehen sogar soweit, den Welpen aus diesem Grund noch ein drittes Mal in weiteren 3-4 Wochen zu impfen. Oje,so oft??? werden Sie fragen....zurecht! Da eine Impfung erstens nicht 100%ig schützt und zu zweiten,weil es in Einzelfällen doch auch immer mal zu Reaktionen auf den Impfstoff kommen kann.

Deshalb sprechen wir das immer gemeinsam ab. Dann wissen wir , dass nur bei einer guten Grundimmunisierung- und das vergessen leider viele Kunden- dann später größere Abstände in den Impfintervallen gewählt werden können. So sind es je nach Hersteller 2 bis 3 Jahre bei der Tollwut, 2 Jahre bei Staupe, Hepatitis und Parvovirose aber zum Beispiel bei der Leptospirose, die bekanntlich von Mäuse- und Rattenharn und in freien Gewässern vorkommen und außerdem auf uns Menschen übertragbar sind, müssten eigentlich sogar 6 monatige Impfintervalle her.

Bei Katzen sollte man -da man Erreger an Schuhen mit einschleppen kann- auch Wohnungskatzen gegen Schnupfen und Seuche impfen lassen, Tollwut siehe Hund und auch nur bei Freigängern . Leukoseimpfung nur bei Kontakt zu anderen freilaufenden Katzen und auch den FIP-Impfstoff mit einer Wirksamkein von 60% halte ich für entbehrlich außer in spez. Einzelfällen (nach AK-Test).

Borreliose-impfung halte ich für entbehrlich, zumal in einem der beiden Impfstoffe, die der Markt bietet, nur einen Serotyp verwendet wird, der hier nicht besonders wichtig ist und der andere Impfstoff, der auf dem Markt ist, hat zwar die beiden wichtigen anderen Serotypen, kann aber Autoimmunreaktionen hervorrufen und ich müsste auch erst jeden Hund testen, ob er nicht schon Antikörper hat. Gerade im Sommer ist daher die Impfung nicht empfehlenswert. Dazu kommt, dass die Borrelieninfektion nur einen kleinen Teil dessen ausmacht, was Zecken übertragen könnnen.

Wir empfehlen daher lieber einen guten repellierenden Zeckenschutz, das heisst, die Zecken mögen aufgrund des Geruchs des Antiparasitenmittels gar nicht erst an das Tier. Leider sind diese Präparate für Katzen nicht verträglich, also Achtung: keine Hundepräparate für Katzen, das kann lebensgefährlich sein. Katzen sind jedoch glücklicherweise nicht so empfänglich für die von Zecken übertragenen Krankheiten. Beim Hund kommen hier in Frage: der Holzbock in Wäldern und Wiesen(Wegrand!), der Borreliose, FSME, Anaplasmose überträgt; die eingeschleppte braune Hundezecke, die Babesiose, Ehrlichiose und Hepatozoonose überträgt, und die Buntzecke(Auwaldzecke),mit einem marmorierten Rückenschild, die in feuchten Wäldern und Mooren und auch Parks vorkommt, die auch Babesiose überträgt. Es gibt auch noch die Möglichkeit zu testen(Schnelltest) ,ob die Zecke überhaupt Borreliose in sich trägt. Dann haben wir aber auch noch Mücken, die gerade hier im Rhein-Main-gebiet (Flughafen!) schon heimisch sind: die Sand-oder Schmetterlingsmücke, die Leishmaniose übertragen kann und die Stechmücken, die -allerdings nicht hier- den Herzwurm übertragen kann. Abschließend schützen diese antiparasitären Mittel neben Zecken und Mücken auch gegen Flöhe. Natürlich gibt es auch hier Nebenwirkungen wie vereinzelt Juckreiz oder Unruhe nach dem Auftragen. Und manche Präparate können beim Schwimmen ins Wasser gelangen. Es gibt eben nicht die „eierlegende Wollmilchsau“. Deshalb haben wir eine Produktvielfalt um individuell sowohl Impfungen als auch Parasitenmittel mit Ihnen abzusprechen. Ganz wichtig hierbei auch noch die Entwurmung zu erwähnen! Wir haben letzt einen über ebay-Kleinanzeigen gekauften Welpen an einem Darmverschluss durch Spulwürmer verloren, angeblich mehrfach entwurmt!!!!! Hier spielen der Spulwurm(bes. bei Welpen), der Hakenwurm und vor allem auch der Fuchbandwurm eine große Rolle, aber auch Einzeller wie Giardien und Kokkzidien spielen oft eine Rolle, die mit der „normalen“ Wurmkur nicht erwischt werden können.

Soweit der Ausflug zum Sinn und Unsinn von Impfungen.

Wir haben in Deutschland zumindest zur Zeit keine Tollwut, man sollte deshalb aber trotzdem gegen Tollwut wenigstens grundimmunisieren, denn es könnte sich auch ganz schnell wieder ändern, da wir zu Tollwutländern leider nicht wie zu Beispiel England durch Wasser getrennt sind.

Für Reisen in das nicht-EU-Ausland muss sowieso die Wirksamkeit der Tollwutimpfung per Antikörpertest nachgewiesen werden.

Ein weiterer Grund vor allem für unsere Impfungen, wo wir ohnehin nur noch auf das Tier angepasste Impfungen bei vollständiger Gesundheit anbieten liegt im jährlichen Check des Tieres,denn wir haben beim jährlichen Vorstellen oft schon Krankheiten entdeckt, die bisher dem Besitzer noch nicht aufgefallen sind, vorrangig Zahnerkrankungen, aber auch Zucker, Nierenerkrankungen und vieles mehr.

Sie sehen, ein jährlicher Check ist sinnvoll und muss nicht immer mit einer Impfung einhergehen.

Alles andere ist optional und wird nicht von uns dogmatisch festgelegt

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